Wie schreibe ich einen Businessplan? – Was gilt es in der 3. Phase des BPW 2020 zu beachten?

Endspurt beim Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg. Die dritte und damit finale Phase des BPW 2020 befindet sich auf dem Zieleinlauf. Am 30.06.2020 endet der dritte Abgabezeitraum. Für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer bedeutet dies, noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren.

Doch worauf kommt es an? Was sind typische Fehler, die in Phase 3 immer wieder bei der Erstellung eines Businessplans vorkommen?

Wer könnte uns diese Fragen besser beantworten als Sabine Weigel? Als selbständige Unternehmensberaterin begleitet Sie, unter anderem, Existenzgründungsvorhaben und weiß daher sehr genau, worauf es bei der Erstellung eines qualifizierten Businessplans ankommt. Auch dank ihrer langjährigen Tätigkeit als BPW-Jurorin kann Sie uns einen fundierten Einblick geben, was bei der Bewertung der eigenreichten Konzepte wichtig ist und welche Fallstricke – aus ihrer Sicht – die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der finalen Phase des BPW erwarten. In der dritten Stufe stehen die Themen „Unternehmen/Organisation“ sowie „Finanzplanung/Finanzierung“ im Fokus.

Wenn ein Rädchen in das andere greift

Am Anfang einer jeden Gründung steht eine Idee. Ohne eine zielführende (und nachhaltige) Struktur allerdings, mit der sie umgesetzt werden soll, können auch vielversprechende Innovationen zum Scheitern verurteilt sein. Im Rahmen des Gründungsprozesses muss also relativ früh definiert sein, welche Aufgaben notwendig sind und wer diese umsetzen wird. In dem Abschnitt „Unternehmen/Organisation“ sollten sowohl die Aufbau- als auch die Ablauforganisation detailliert wiedergegeben werden. „Wichtig ist es, diese Strukturen immer im Kontext mit der sich daraus ergebenden Wertschöpfungskette zu setzen“, sagt Sabine Weigel. Sie empfiehlt in diesem Zusammenhang auch, dass die Beschreibung der Gründungsteams ebenfalls in das Kapitel Unternehmensorganisation integriert werden sollte und nicht nur in Kapitel 3 verbleibt.

Zahlen, bitte!

In dem Kapitel „Finanzplanung und Finanzierung“ werden nun die vorangegangenen Ausführungen zusammengeführt und in ein Zahlenwerk gebracht. Dieser Teilbereich des Businessplans hat die Aufgabe, einen Überblick über die künftige Finanz-, Ertrags- und Vermögenslage zu geben. Die Finanzplanung setzt sich aus verschiedenen Teilplänen zusammen. Dabei gibt es – unter anderem – Folgendes zu beachten:

Der Investitionsplan sollte über den Zeitraum von drei Jahren gehen und immer die jeweilige Nutzungsdauer enthalten. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass eine Investition (z. B. EDV, Maschinen) in der Regel ab dem Zeitpunkt der Lieferung bezahlt wird. Dies muss unbedingt in der Liquiditätsplanung – durch eine entsprechende Auszahlung – berücksichtigt werden. In der Gewinn-und Verlust-Planung wird der Investitionsbetrag dagegen nicht ausgewiesen, denn Investitionen sind keine Aufwendungen.

Für die Aufstellung der Gewinn- und Verlustrechnung sind die Ausgaben für das Personal ein bedeutender Kostenfaktor. Es empfiehlt sich also, die entsprechende Personalplanung mit dem Bruttogehalt und den Arbeitgeberanteilen zu versehen, um die tatsächlichen Kosten darzustellen.

Eine beliebte Fehlerquelle versteckt sich in der Kostenaufstellung. „Bei den laufenden Betriebskosten bzw. den Sachgemeinkosten werden immer wieder gerne die zu erwartenden Steigerungen im Planungszeitraum vergessen“, so Sabine Weigel.

Die Rentabilitätsvorschau sollte für mindestens zwei Jahre aufgestellt werden, die Gewinne und Verluste monatlich abbilden und die Jahressummen ausweisen. Die Gewinn- und Verlustrechnung sollte in Form eines Drei-Jahres-Plans dargestellt werden. Bei der Kapitalbedarfsbestimmung müssen Anfangsinvestitionen und nicht durch Umsatz gedeckte Kosten berücksichtigt werden.

Um Missverständnisse auf Seiten der Juroren – und damit mögliche Punktabzüge – zu vermeiden, gibt Sabine Weigel den (grundsätzlichen) Rat, dass „die Planungs-Tabellen kurz erläutert werden sollten, damit der Leser versteht, was sich hinter den Zahlen verbirgt. Sie sind nicht immer selbsterklärend.“

Planen Sie für die Bearbeitung aller Kapitel immer ausreichend Zeit ein! Dies empfiehlt Weigel für das dritte Kapitel – und den Businessplan im Allgemeinen: „Ich beobachte häufig, dass gerade in der dritten Stufe die Gründlichkeit dem Zeitdruck zum Opfer fällt, dann nicht mehr sorgfältig gearbeitet und die Finanzplanung nicht ausreichend erläutert wird.“

Insgesamt muss auch auf Schlüssigkeit des Gesamtkonzeptes geachtet werden. Die Zusammenfassung am Schluss sollte gut durchdacht sein und knapp formuliert aus allen Kapiteln einen kurzen Absatz enthalten. Wenn Sie diese Tipps beherzigen und unsere Hinweise zur Stufe 1 sowie die „Dos and Don’ts in der 2. Phase des BPW 2020“ beachten, machen Sie auf jeden Fall einen großen Schritt in Richtung eines vielversprechenden Businessplans, mit dem Sie potentielle Geldgeber und mögliche Partner überzeugen werden. Und ganz nebenbei erhöhen Sie damit auch Ihre Chancen auf insgesamt 27.000 Euro Preisgeld in der 3. Phase.

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