Wenn der Kies per Digitalisierung kommt

Wenn auf Großbaustellen die Muldenkipper beinahe im Minutentakt an- und abrollen, ist das spannend. Jedenfalls für Passanten, die einen Moment am Bauzaun stehen bleiben. Was vor ihren Augen geschieht, ist vor allem eines: eine komplexe, manchmal stressige Logistik für die, die dort arbeiten. Doch mit kamioni gibt es ein Startup, das diese Mühen rund um das Schüttgut für Bauleiter wie auch LKW-Fahrer auf ein Minimum reduzieren will.

Baulogistik massiv vereinfachen

Geschäftsführer Dr.-Ing. Jacek Zawisza bringt es gleich auf den Punkt: „Unser Ziel ist es, dass 400 Tonnen Asphalt so einfach bestellt werden können wie eine Lieferpizza.“ Wir möchten Prozesse in der Baulogistik einfach und effizient machen. Es gehe um Digitalisierung und darum, den deutschen Mittelstand auch in dieser Branche voranzubringen. Konkret sollen so unter anderem LKWs besser ausgelastet werden. Neben Zawisza und seinen Co-Gründern, Vertriebler Daniel Dancs und Jörg Bothur als Entwickler, arbeiten noch Designer Ralph Peters und zwei weitere Mitarbeiter in Berlin an diesem Vorhaben. Dabei dreht sich alles um eine Disponenten-App sowie eine LKW-Fahrer-App. Beide zusammen machen kamioni zu einer digitalen sogenannten Software-as-a-Service-Plattform. Die soll, jeweils bedarfsgerecht zugeschnitten, Bauunternehmen, Speditionen und Baustoffhändler überzeugen.

Mangelnde Digitalisierung

Die Idee lag auf dem Bau förmlich in der Luft: „Wir haben nicht nur die mangelnde Digitalisierung in der Baubranche gesehen. Sondern dazu vor allem auch die vielen dadurch entgangenen Potenziale, viel an vermeidbarer Umweltverschmutzung und lästige Aufgaben, die Zeit und Nerven kosten“, erinnert sich Zawisza. Ein EXIST-Stipendium brachte die Idee ins Rollen, begleitet obendrein vom Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg (BPW). Für den entschied sich das Team, weil es in seinem Gründungsort Berlin ein Netzwerk aufbauen will und Kontakt zu anderen Startups sucht.

Gründen bedeutet Handlungsfreiheit

Wenn Zawisza über das gegenwärtige Leben nachdenkt, fällt ihm viel Gutes ein: „Wir haben zwar viel Arbeit, aber auch viel Gestaltungsspielraum und die Möglichkeit, schnell innovative Lösungen ‚auf die Straße zu bringen‘ und unseren Impact unmittelbar zu sehen“, sagt er. Noch froher wären er und seine Kollegen, wenn die Bürokratie für Gründer noch ein wenig stärker zurückgestutzt würde. Was sie selbst tun konnten, um sich gut in der neuen Arbeitsphase einzuleben, haben sie getan – auch mit Hilfe des BPW. Für neue Gründer nach ihnen, ganz gleich aus welcher Branche, hat das Team einen Tipp: „Sich in die Rolle der Kunden bzw. der Nutznießer und Juroren zu versetzen scheint uns sehr wichtig. Denn so kann man die eigene Idee bestmöglich transportieren.“

Finalisten vorgestellt

In unserer Portrait-Reihe stellen wir alle Finalisten eines jeden BPW-Jahres vor. kamioni hat den 2. Platz jeweils in der 1. und 2. Stufe von BPW Plan 2019 erreicht.

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