It’s all about the money?! Was Gründerinnen und Gründer bei ihren Finanzen beachten sollten

Zum Gründungsstart sind die Motivation und der Tatendrang hoch. Doch damit kleine Fehltritte bei all der Euphorie nicht direkt das Aus bedeuten, müssen beim Thema Finanzen wichtige Schritte beachtet werden. Stefanie Rätker ist Business und Career Coach sowie Organisations- und Gründungsberaterin. Sie kennt die typischen Fallstricke in Sachen Gründung und Finanzen, gibt Tipps, wie sie umgangen werden können und legt in ihren Beratungen großen Wert darauf, dass Gründerinnen und Gründer in puncto Finanzen gut informiert sind und somit beruhigt schlafen können.

Zusammenhänge und Grenzen verstehen und kennen

Für Gründerinnen und Gründer ist es von großer Bedeutung, dass sie die Zusammenhänge ihrer Finanzen verstehen. „Wie ist der Zusammenhang zwischen Umsatz, Kostenplanung und Rentabilität und wie wiederum der Zusammenhang zwischen Rentabilität und Liquidität? Es ist wichtig, das zu verstehen und zu begreifen, wie sich das eine auf das andere auswirkt“, erklärt Rätker.

Bei der Planung empfiehlt sie, ausreichend Reserven einzurechnen, sowohl auf der Kosten- als auch auf der Ertragsseite: Das bedeutet, Kosten eher ein wenig höher anzusetzen, Umsätze jedoch vorsichtig zu planen. So entstehen Puffer, die Ungeplantes auffangen können.

Bei der Umsatzplanung sollte auch die Kapazitätsgrenze nicht aus den Augen verloren werden. „Ich kann nicht mehr Stunden verkaufen, als ich zur Verfügung habe und damit wirklich effektiv anbieten kann. Plausibilität ist hier das Stichwort. Es muss alles logisch und stimmig sein.“

Eine gründliche Planung der eigenen – auch physischen – Kapazitäten ist also die Basis für die Umsatzplanung.

Dabei gilt es wieder, Reserven einzukalkulieren und die eigene Leistungsfähigkeit korrekt einzuschätzen: „Wir brauchen unseren Körper und einen aufgeladenen Akku. Es geht darum, ruhig schlafen zu können, wenn man an seine Finanzen denkt, aber auch darum, aus irgendetwas wieder Kraft schöpfen zu können“, sagt Rätker.

Typische Fallstricke und wie sie umgangen werden können

Motiviert und optimistisch die Planung anzugehen, ist gut. Wer aber zu optimistisch plant, baut sich den ersten Fallstrick. Denn die Finanzplanungen müssen laufend angepasst werden, je nachdem, was auf dem Markt passiert. „Wenn ich in drei Monaten weniger Umsatz habe als geplant, kann sich das auch zu einem späteren Zeitpunkt erst auf mein Geschäftskonto auswirken und möglicherweise rutsche ich dann ins Minus“, erzählt Rätker. Deshalb ist eine laufende Anpassung notwendig.

Daraus ergibt sich der nächste klassische Fallstrick: Die Umsatzseite passt nicht. Um Umsatz zu generieren, muss die Kundengewinnung erfolgreich sein. Für die Akquise bedeutet das also: rechtzeitig gegensteuern, neue Wege versuchen, um neue Kunden zu gewinnen und nicht warten, bis es zu spät ist. „Man kann sich auf sein bestehendes Netzwerk beziehen, aber man sollte sich nicht zu 100 Prozent darauf verlassen. Zwischen Interesse zeigen und tatsächlich kaufen liegt ein weiter Weg. Gründerinnen und Gründer müssen der Welt vermitteln, welche großartige Leistung oder welches Produkt zur Lösung eines Themas sie an den Markt bringen. Das fundiert und fokussiert zu vermitteln, wird immer eine spannende Daueraufgabe bleiben.“

Wichtig ist dabei, die Aufträge zu streuen und zu schauen, dass keine allzu großen Klumpenrisiken und damit Abhängigkeiten von einem oder zwei großen Auftraggebern entstehen. Diese können zu einem Risiko werden, wenn sie unerwartet wegfallen. Zudem ist die eigene Verhandlungsposition oft besser, wenn Abhängigkeiten geringer sind.

Top 5 Finanz-Tipps für Gründerinnen und Gründer:

  • Ordnung in allen Unterlagen – so wird der Überblick behalten
  • Sorgsame Kosten-Recherche – so entsteht eine gute Übersicht und zudem die Vergleichsmöglichkeit für alternative Lieferanten, Anbieter etc.
  • Rechnungen zeitnah schreiben – nicht mit zu viel Leistung in Vorleistung gehen
  • Verkaufspreise checken – mit welchem Preis ist welches Qualitätsversprechen verbunden? Das Verhältnis zwischen Preis, Qualität und Message nach Draußen muss stimmen
  • Speck in guten Zeiten – das richtige Futter kann weniger gute Zeiten überbrücken

BPW: Vielfalt, Nachhaltigkeit und junge Menschen

Der BPW bringt die richtige Mischung aus Wissen in Form von Seminaren und Workshops, individuellen Einzelberatungen und einem großen Netzwerk aus Gründerinnen und Gründern, Expertinnen und Experten sowie Investorinnen und Investoren mit. „Die Gründungsideen sind sehr vielfältig und es liegt ein besonderer Fokus auf dem Thema Nachhaltigkeit und der Förderung junger Menschen. Der BPW ist für mich ein guter Spiegel der Berliner und der Brandenburgischen Gründerlandschaft“, sagt Rätker.

Geballte Expertise zum Thema „Finanzplanung“ bietet auch das gleichnamige BPW-Online-Seminar mit Stefan A. Uhlich (BTU Cottbus-Senftenberg) am 31.03.2021:
https://www.b-p-w.de/nc/de/gruendung/kalender/kalender/event/31-03-finanzplanung/

Weitere Antworten auf die wichtigsten Finanzfragen gibt es beim „1. Finanzforum“ am 8.04.2021, an dem auch Stefanie Rätker mit einem Impulsvortrag zu hören sein wird:
https://www.b-p-w.de/nc/de/gruendung/kalender/kalender/event/08-04-1-finanzforum/

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