Schon im Hörsaal auf Startup-Modus schalten

BPW-Ideenschmiede ist für Hochschulen Auszeichnung und Ansporn zugleich

„Lieber Hammer als Amboss sein“ rät sinngemäß dazu, sein Schicksal in die eigene Hand zu nehmen, statt sich vom Schicksal umformen zu lassen. Diese Weisheit ist nicht nur zeitlos, sondern gehört zur Kernstruktur des Gründer- und Unternehmerdaseins. Die „Ideenschmiede“ macht diesen Gedanken zum Programm. Diese Auszeichnung des Businessplan-Wettbewerbs Berlin-Brandenburg (BPW) motiviert Fachhochschulen und Universitäten (aus der gesamten Region) dazu, optimale Voraussetzungen für spätere Startups zu schaffen. Zudem ermuntert und qualifiziert sie auch die Studierenden und Absolventen, eigene Ideen und Forschungen möglichst früh konzeptionell zu denken, um später daraus vielleicht ein Unternehmen zu gründen.

Für die „Ideenschmiede“ müssen und können sich die Forschungseinrichtungen jedoch nicht bewerben. Die Unis und Fachhochschulen „schwingen den Hammer“ dafür nur erfolgreich, wenn innerhalb von Forschung und Lehre das Gründerdenken strukturell verankert ist und im Hörsaal systematisch vermittelt wird. Als Meister darin erwiesen sich im BPW-Wettbewerbsjahr 2018 in Berlin die Freie Universität (FU) und im Land Brandenburg die Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder).

Die Universität in der Kleist-Stadt Frankfurt (Oder) hat das Quartett bereits voll: 2014, 2015 und 2017 verlieh die Jury nach quantitativer und qualitativer Analyse der dortigen Gründungsförderung der Viadrina die begehrte Auszeichnung. „Alle Ideenschmiede-Plaketten in Serie wurden in einem feierlichen Akt mit unserem Präsidenten und im Beisein der Stadtpolitik vor dem Präsidialbüro enthüllt“, sagt Philipp Heinicke vom Gründungszentrum der Viadrina. Das hat seit 14 Jahren mehr als 250 Gründungen erfolgreich begleitet. Gründen, so Heinicke, ist als Thema Chefsache: Unter Federführung des Präsidenten, Prof. Dr. Stephan Kudert, hat die Viadrina ein Konzept zur Thematik entwickelt. Mittlerweile schafft die Viadrina auf ihrem Areal mit dem Gründungs-, Lern- und Begegnungsraum sogar einen eigenen Coworking Space. 2019 will sie verstärkt mit einem weiteren solchen kooperieren: Denn den vom Berliner Unternehmer Ansgar Oberholz („St. Oberholz“) und der Sparda-Bank Berlin geschaffenen Frankfurter Coworking Space „Blok-O“ sieht die Viadrina als logischen Partner an. „Wir betreuen in der Vorgründungsphase, nach der Gewerbeanmeldung kann „Blok-O“ eine sehr gute Basis für die Startups bieten“, beschreibt Heinicke die Philosophie.

Foto: Bernd Wannenmacher

In Berlin steht wie keine andere die Freie Universität für stetige und anspruchsvolle Arbeit in Sachen Innovation und Entrepreneurship-Kultur: Die „Ideenschmiede“ als Gütesiegel für diese konzertierte Leistung erhielt die FU in diesem Jahr bereits zum siebten Mal seit 2006. Steffen Terberl als Leiter der dortigen Profund Innovation verdeutlicht, worauf diese Erfolgsserie beruht: Intensive und effiziente interne Vernetzung aller Bereiche der Universität, um Startup-Potenzial zu erkennen und zu fördern. Dies wird verbunden mit einer frühzeitigen und systematischen Information der Studierenden wie Lehrenden über alle Möglichkeiten der Gründungsförderung in Berlin. „Die Ideenschmiede ist für uns nach innen wie nach außen ein Zeichen der Anerkennung dafür, wie sehr wir uns als FU mit diesem Thema identifizieren“, sagt Terberl. Wie offensiv diese „Startup-Politik“ der FU ist, zeigt auch der Digital Entrepreneurship Hub (DEH). Als zentrale Anlaufstelle für Entrepreneurship Forschung und Lehre an der FU stellt er die digitale Transformation in den Fokus und zeigt die Chancen für Gründer in der vernetzten Welt auf. Hier wie überall in der Uni kommen auch die Calls zum BPW im doppelten Wortsinn an: „Wir informieren frühzeitig über alle Fristen und Chancen des Businessplan-Wettbewerbs als einen Baustein für den Gründungserfolg. Denn er liefert vor allem authentisches Feedback zu Gründungsvorhaben von Studierenden und Absolventen, vernetzt diese aber auch mit Coaches und Business Angels – und das Preisgeld als Motivation ist auch nicht zu unterschätzen“, so Terberl.

Beitragsfoto: Heide Fest

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