Mit sozialer Verantwortung dem Pflegekräftemangel entgegenwirken

Der Mangel an Pflegepersonal ist eine große Herausforderung für das deutsche Gesundheitssystem. Die Corona-Krise hat das Problem für alle noch sichtbarer gemacht. Mit einer Jobplattform für Pflegekräfte stellen die Gründer Alexander Gründler und Matti Fischer das Rekrutieren von Pflegepersonal auf den Kopf – mit Erfolg.

Aus der Not kam die Idee

Beide Gründer standen vor der gleichen Herausforderung. Innerhalb kürzester Zeit mussten für die Großeltern Plätze in Pflegeeinrichtungen gefunden werden. Doch ohne lange Wartezeit ist kaum ein Platz zu finden. Der Grund: Es gibt einfach zu wenig Pflegepersonal.
In ihrer Freizeit beschäftigten sich Gründler und Fischer mit der Situation, verglichen mit anderen Branchen, schöpften aus ihrer beruflichen Erfahrung in Health-Care-Projekten, suchten nach Lösungen und gründeten schließlich das Start-up Careloop.

Hier bewerben sich die Arbeitgeber

Um dem Pflegenotstand in Deutschland entgegenzuwirken, wird Personal aus dem Ausland rekrutiert. Auf der Jobplattform Careloop melden sich Pflegekräfte kostenlos an und machen Angaben zu ihrer Ausbildung, ihrem Werdegang und vermerken Wunschkriterien wie Bundesland oder Arbeitsumfang. Deutsch muss mindestens auf Niveaustufe B1 gesprochen werden.
Auch Arbeitgeber wie Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen erstellen ein Profil mit den zu besetzenden Stellen. Der Algorithmus ermittelt dann die höchste Wahrscheinlichkeit für das Zusammenpassen eines Bewerbers und einer Einrichtung. Dadurch entsteht ein passendes und konkretes Jobangebot, ohne großen Zeitaufwand auf beiden Seiten.

Der entscheidende Unterschied: Der Arbeitgeber bewirbt sich dann bei dem Jobsuchenden.

Flexibilität in der Krise

Die Corona-Krise machte auch vor den Gründern nicht halt. Behördengänge und die Berufsanerkennung für die Pflegekräfte wurden erschwert. Stillstand war keine Option und das Team startete eine Corona-Initiative. So vermittelten sie über 90 freiwillige Helfer an Krankenhäuser, um sie bei der Bewältigung der Krise zu unterstützen.

Das eigentliche Geschäft ging dennoch weiter. Trotz aller Schwierigkeiten konnten im Juli drei Pflegekräfte in Berlin vermittelt werden. Zurzeit sind über 210 Jobsuchende auf der Plattform registriert, die den Anforderungen entsprechen und Arbeitgebern vorgeschlagen werden können.

Durch Corona steigt die Nachfrage auf Arbeitgeberseite nach passendem Personal. Den Gründern ist hier aber besonders wichtig, sozial nachhaltig zu handeln. Sie orientieren sich an den Standards der Weltgesundheitsorganisation und rekrutieren nur Pflegepersonal aus Ländern, in denen es einen Pflegekräfteüberschuss gibt.

BPW verschafft Aufmerksamkeit und Kundengewinnung

Der Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg hat den Gründern auf verschiedenen Ebenen geholfen.
„Das Feedback war sehr gut und hat uns aufgezeigt, an welchen Stellen wir noch arbeiten und uns verbessern müssen“, so Gründer Matti Fischer.

Gleichzeitig diente die mediale Aufmerksamkeit der Kundengewinnung und machte dem Team deutlich, welche große Relevanz das Thema und ihre Arbeit für die Gesellschaft haben.

Ziel: Ansprechpartner Nummer 1

Careloop soll Experte und Ansprechpartner werden, wenn es darum geht, Pflegekräfte aus dem Ausland zu rekrutieren. Auch die Vorteile des Rekrutierens sollen aufgezeigt werden. Gleichzeitig sieht das Team die Herausforderung, auch in Deutschland mehr Menschen für den Beruf zu motivieren. Dafür ist es vor allem nötig, der Berufsgruppe mehr Anerkennung zu geben und sie mit fairen Löhnen zu bezahlen.

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