Leise in die CO2-Freiheit stromern

Dieses Thema Stromversorgung ist lebenspraktisch noch voller ungelöster Probleme. Das merkten auch die Gründer des Anfang des Jahres gegründeten Cottbuser Startups edrøm auf ihren diversen Trips fern aller Infrastruktur.

Praxis als Ideenstifterin

„Die Idee zu unserem Produkt entstand auf vielen Reisen abseits der Zivilisation. Da wurde uns bewusst, wie kompliziert zuverlässige Stromversorgung momentan noch ist. Während dieser Zeit war ich gerade bei einem Brennstoffzellenentwickler beschäftigt und sah, wie anfällig und teuer diese Systeme noch sind“, beschreibt Gründer und Geschäftsführer German Linz die Zeit, als ihm und Ivo Gebhardt, kurze Zeit später noch verstärkt durch Jeronimo Landauer, die Idee zum edrøm kam.

Smarte Energiezentrale

Der Begriff ist eine Kombination des Buchstaben „e“ für Energie mit dem norwegischen Wort „drøm“ für Traum. Er kennzeichnet einen Mini-Generator, der zugleich eine smarte Energiezentrale ist: Sind Photovoltaik oder Windenergie gerade aktive Stromlieferanten, kommen diese zum Zug. Doch wenn beides schwächelt, springt der Stirlinggenerator nahezu geräuschlos ein. Dabei kommen biogene Brennstoffe zum Einsatz, wodurch der Strom CO2-neutral erzeugt wird.

Förderchancen genutzt

Das Gründerteam suchte sich konsequent Rückenwind für seine Idee – durch systematische Förderung. Zwölf Monate, bis zum März dieses Jahres, sorgte dafür ein EXIST-Gründerstipendium. Und auch der Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg (BPW) war Teil des Plans: „Der BPW ist in der Region am größten und ziemlich angesehen. Das erhöht natürlich die Sichtbarkeit, gerade weil wir momentan auf Investorensuche sind. Außerdem haben wir beim Lausitzer Existenzgründerwettbewerb 2018 den zweiten Platz gemacht“, sagt Linz.

Mut zum Fehlermachen

Künftig sollen zunächst Wohnwagen, Wohnmobile und (Segel-)Yachten mit dem edrøm ausgestattet werden. In naher Zukunft setzt das Team auch auf Anwendungen wie netzferne Beleuchtung, Verkehrsleitsysteme, Baustellen und Überwachung. „Wir entwickeln momentan den edrøm zum marktfähigen Produkt und wollen ihn im Freizeitmarkt platzieren. Dazu sind wir mit den großen Wohnmobilherstellern und Yachtbauern in Deutschland in Kontakt. In Zukunft wird CO2-freie Stromerzeugung mit Wasserstoff und anderen regenerativen Kraftstoffen möglich sein“, sagt Linz. Das positive Mitgestalten der Welt, schnelles und flexibles Reagieren und Lernen im Auf und Ab des Gründerdaseins – das gefällt dem bereist fünfköpfigen Team. Doch Linz hat noch Wünsche: „Für das Startup-Ökosystem in Deutschland wünsche ich mir eine besser verankerte Kultur des Scheiterns. Denn nur mit dem Mut, Fehler zu machen, können Menschen und Unternehmen wachsen.“

Finalisten vorgestellt

In unserer Portrait-Reihe stellen wir alle Finalisten eines jeden BPW-Jahres vor. edrøm hat den 3. Platz in der 3. Stufe der Kategorie BPW Plan 2019 erreicht.

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