Heute schon an Steuern denken

Wer gründet, kommt an einem oft ungeliebten Thema nicht vorbei: Steuern.

Dipl.-Volkswirtin Elena Weismann ist Steuerberaterin und Fachberaterin für Internationales Steuerrecht. Sie kennt die typischen Fallstricke, weiß worauf es ankommt, wenn gegründet wird, und gibt hilfreiche Tipps.

Wer nicht ans Thema Steuern denkt, wird früher oder später überrascht

Den Start in die Selbstständigkeit gehen viele Gründerinnen und Gründer hoch motiviert an. Das Thema Steuern wird dabei leider oft vernachlässigt, wenn nicht sogar vergessen. Doch wer erfolgreich ist, muss auch einiges von seinem Umsatz mit dem Finanzamt teilen. „Man kann nicht etwas beachten, das man nicht gelernt hat“, erklärt Elena Weismann. „Deshalb empfehle ich für den Anfang, ein Fortbildungsseminar zu besuchen und anschließend eine enge Zusammenarbeit mit einer Steuerberaterin bzw. mit einem Steuerberater.“

Beim ersten Schritt auf Details achten

Zur Gründung muss beim Finanzamt ein Erfassungsformular ausgefüllt werden. An sich keine große Sache, doch hier kommt es auf Details an. Dieses Erfassungsformular ist eine Art Vorstellung beim Finanzamt. „Eventuell stellen Sie sich vor und geben an, Sie seien Kleinunternehmer, nur weil ihr Unternehmen klein ist. Sie sind aber im Handel tätig und beantragen und nutzen eine Umsatzsteueridentifikationsnummer. Dann erfahren Sie eventuell ein Jahr später, dass Sie Beiträge der Umsatzsteuer zahlen müssen, mit denen Sie nicht gerechnet haben. Dabei kann es um viel Geld gehen“, erzählt Weismann. Wichtig ist es, die Pflichten zu kennen, die man als Unternehmerin und Unternehmer übernimmt, und Fristen einzuhalten.

Rücklagen bilden, aber nicht zu viel

Um nicht von einer Nachzahlung böse überrascht zu werden, sollten Rücklagen aus den Umsätzen gebildet werden. Wer glaubt, dass das Geld, das auf dem Konto landet, tatsächlich ihr oder ihm gehört, irrt. Als selbstständige Person ist man für die Aufteilung dieses Geldes verantwortlich. „Der Einstiegssteuersatz liegt bei 13 Prozent, der höchste Steuersatz bei 45 Prozent. Dazwischen liegen häufig junge Unternehmen. Wer also Pi mal Daumen ein Viertel seines Umsatzes zur Seite legt, ist auf der sicheren Seite“, erklärt Weismann. Zu vorsichtig sollten Gründerinnen und Gründer dennoch nicht sein. Wenn zu viel zurückgelegt wird, besteht die Möglichkeit, dass wichtige Investitionen verpasst werden.

Top 5 Steuertipps für Gründerinnen und Gründer:

  • Fortbildungsseminar besuchen
  • Thema Steuern ernst nehmen
  • Rücklagen bilden
  • Mit Freude an das Thema gehen und aktiv mitgestalten
  • Genügend Aufwand für Steuerberatung im Businessplan einplanen

BPW kombiniert Selbstständigkeit und gemeinsames Lernen

Die Seminare und das Netzwerk des BPW schaffen gute Rahmenbedingungen, um mit dem richtigen Wissen und der passenden Motivation in die Selbstständigkeit zu starten. „Das Ganze soll ja auch Spaß machen. Und der BPW schafft es, dass die Gründerinnen und Gründer Spaß haben dürfen und gemeinsam lernen können. Ein wenig wie in der Schule“, erzählt Weismann.

Alles weitere Wichtige rund um das Thema Steuern gibt es in den beiden Steuerforen des BPW:

Am 12.04. zum Thema Ertragssteuer und am 13.04. zum Thema Umsatzsteuer. Bei jedem Steuerforum wird es Vorträge sowie Fragerunden geben. Die Veranstaltungen starten jeweils um 15:00 Uhr und sind kostenfrei. Anmeldung sowie weitere Details unter folgenden Links:

https://www.b-p-w.de/nc/de/gruendung/kalender/kalender/event/12-04-1steuerforum/

https://www.b-p-w.de/nc/de/gruendung/kalender/kalender/event/13-04-2-steuerforum/

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