Heute auf die Jobs von Morgen vorbereiten

Die Jobs, die in den nächsten Jahren entstehen, bauen auf der Digitalisierung auf. Eine der Top-Kompetenzen, die dann junge Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger brauchen, ist das Programmieren. Doch Schülerinnen und Schüler wird diese Kompetenz häufig nicht in der Schule vermittelt. Die Lücke zwischen dem, was gebraucht wird und dem, was junge Erwachsene können, wenn sie in fünf bis zehn Jahren in die Arbeitswelt eintauchen, muss also nachhaltig geschlossen werden. Und hier setzt codary an.

Programmieren muss nicht nur männlich sein

Das Gründungsteam von codary, Amanda Maiwald (28), Antonia Schein (26) und Nikolaj Bewer (27), studierten im Bachelor erfolgreich wirtschaftliche Studiengänge. Im Master wollte sich Amanda Maiwald jedoch umorientieren, belegte während des Bachelors zusätzliche Kurse und begann anschließend einen Master in Wirtschaftsinformatik. Ihre Master-Kommilitoninnen und -Kommilitonen waren vorrangig männlich und beschäftigten sich bereits in ihrer Jugend mit dem Programmieren. Zugang hatten die meisten über das Gaming erhalten. Warum sich also nur wenige Frauen fürs Programmieren begeistern, hat also nicht selten strukturelle Hintergründe. Die wollte das codary-Team unbedingt angehen.

Deutschlandweit online Programmieren lernen

Um Jugendlichen das Programmieren spielerisch näher zu bringen, bietet das Team von codary Online-Kurse in kleinen Gruppen von maximal zehn Schülerinnen und Schülern an. Diese finden wöchentlich für jeweils 90 Minuten mit einem Programmier-Coach statt. Die Teenager erlernen den Umgang mit der Programmierumgebung, Programmierkonzepte und die Programmiersprache Python. Vor allem erlangen sie aber ein Verständnis dafür, was eigentlich passiert, wenn sie eine App verwenden, ihren Computer bedienen oder ein Videospiel spielen.

Digitale Bildung im Fokus

Die Corona-Pandemie befeuerte die Diskussion rund um die digitale Bildung. Die Idee für codary entstand im April 2020 und bereits im Herbst startete das Team mit der Umsetzung, nachdem es das Berliner Startup-Stipendium der TU Berlin und des Berliner Senats erhielt. Im November wurde gegründet und seitdem werden die Online-Kurse für Schülerinnen und Schüler angeboten. Am ersten Kurs nahmen genauso viele Mädchen wie Jungen teil.

Derzeit arbeitet das Team an Kurskonzepten, die vor allem mehr Mädchen ansprechen sollen, um noch mehr Mädchen für das Programmieren zu begeistern.

BPW strukturiert

Der BPW und das Handbuch zum Wettbewerb halfen dem Team bei der Struktur. „Das Handbuch war ein super Leitfaden, um über das Business nachzudenken, aber auch um die Bereiche zu entdecken, in denen wir noch mehr machen müssen“, erklärt Mitgründerin Antonia Schein. Das Feedback der Jury gab Unterstützung bei der Reflexion und die entstandene Medienaufmerksamkeit half dem Team, sich noch besser online präsentieren zu können.

Lust aufs Programmieren bekommen?

Seit Januar entwickelt das Team zusätzlich zu den Online-Kursen eine Lern-App. So werden die Teenager auch außerhalb ihres Kurses begleitet und sie können spielerisch ihr Wissen festigen. Außerdem soll die App in Zukunft für alle geöffnet werden, die nebenbei Programmieren lernen wollen.

„Wenn jemand in drei bis fünf Jahren sagt, dass er oder sie gerne programmieren möchte, wünschen wir uns, dass der Name codary fällt. Die Kids sollen von selbst Lust aufs Programmieren haben und verstehen, was das eigentlich ist“, erzählt Schein.

Der Erfolgsweg von codary beim BPW – Highspeed-Flatrate auf den ersten Platz

Das Team hat einen tollen Erfolgskurs beim BPW eingeschlagen: In allen drei Phasen des Wettbewerbs erreichte das Team in der Kategorie BPW Plan den ersten Platz. „Seit der ersten Phase ist viel passiert. Wir haben inzwischen 400 Kindern das Programmieren beibringen können und unsere App kann in App-Stores heruntergeladen werden. Bis Oktober sollen 1000 Kinder unsere Kurse besucht haben, wir haben neun studentische Coaches eingestellt und ein neues Mitglied finden können“, sagt Mitgründerin Amanda Maiwald.

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