Große Klappe: Nichts für die Kleinen: Das Team GrOwnValve setzt neue Maßstäbe in der Kinderkardiologie

Das Herz ist das Zentrum des Lebens – umso dramatischer ist es, wenn die Natur ihr lebenspendendes Kunstwerk von Geburt an nur mit Fehlern hervorbringen konnte. Dann geht es ums Ganze: Ein Implantat muss her. Doch was schon bei Erwachsenen mit großen Risiken, besonders durch die stete Gefahr einer Abstoßung als Fremdkörper durch den Organismus, behaftet ist, wird für Kinder und Säuglinge zum extrem belastenden Prozess. Denn Erwachsene, so sagt es der Name, wachsen nicht mehr, auch nicht am Herzen. Doch Kinder sind erst auf dem Weg. Durch das natürliche Wachstum können sie das Vierfache an Größe im Verhältnis zu ihrem Zustand bei der Geburt erreichen. Gewöhnliche „künstliche Herzklappen“ gehen diesen Gang der Dinge nicht mit. Die Folge ist eine Anhäufung von Gefahren: Ständig werden Operationen erforderlich, um größere Implantate einzusetzen, mit allen Nebenfolgen, Belastungen und damit Risiken für das Kind.

Hier sind die Experten von GrOwnValve tief in Forschung und Praxis eingestiegen. Das aus Mitarbeitern der Kinderkardiologie der Charité und des Deutschen Herzzentrums Berlin bestehende Team beschäftigt sich bereits seit einigen Jahren mit der Entwicklung einer Herzklappe, die für jeden jungen Patienten aus dessen eigenem Gewebe gleichsam maßgeschneidert wird. Dies vermeidet die Abstoßungsprozesse, die häufig durch fremdes Gewebe oder nicht körpereigene Materialien ausgelöst werden. Zudem bietet sie die Chance, mit dem rapiden Größenwachstum des Kindes Schritt zu halten. Dadurch können die vielen, belastenden Folgeoperationen auf ein Minimum reduziert werden.

Für den „gründerischen“ Part ihrer Entwicklung haben sich die Mediziner um eine Assistenz bemüht, die sich auf die Handhabung unternehmerischer Instrumente versteht – und sie im Team des Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg (BPW) gefunden. In der Kategorie BPW Canvas zeigte sich im dritten Zyklus, wie hilfreich diese Kooperation war. Der erste Platz in der dritten Wettbewerbsphase bei BPW Canvas brachte GrOwnValve nicht nur das nützliche Preisgeld, sondern vor allem die Aufmerksamkeit von Fachkollegen und Krankenkassen. Die braucht es nämlich auch, damit sich die Technologie im Klinikalltag durchsetzen kann. Der BPW war bis zum Ziel ein guter Begleiter, erinnert sich Co-Gründer Dr. Boris Schmitt: „Da wir als Team aus der Medizin naturgemäß nur wenige Berührungspunkte mit der Betriebswirtschaft haben, sind Veranstaltungen wie der Businessplan-Wettbewerb sehr hilfreich. Hier können wir überprüfen, ob wir mit einem so komplexen Thema wie Herzklappen die Menschen und damit auch die Geldgeber erreichen können. Ob wir den Benefit für Patient und Gesellschaft vermitteln können. Und ob der Bedarf auch in der Bevölkerung als dringend empfunden wird. Denn das beste Arzneimittel oder Medizinprodukt hat keinen Sinn, wenn es keinen Bedarf dafür gibt.“

Jetzt will das Team GrOwnValve schrittweise durchsetzen, dass Kinderkardiologie nicht länger nur bedeutet, die Behandlungsmethoden für die „Großen“ ebenso mühsam wie risikoträchtig auf die kleinen Organismen herunterzubrechen. Diesem großen Ziel ist das Team GrOwnValve mit dem BPW-Sieg ein gutes Stück näher gekommen.

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