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Gründerstory: Ein Portal erleichtert Geflüchteten den Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt

Wie doch die Zeit vergeht! Jetzt steht der Wettbewerb 2017 schon in den Startlöchern, alle Planungen stecken in den Endzügen und wir freuen uns auf die große Eröffnung und den Auftakt am 7. Oktober 2016 auf der deGUT!

Doch wir wollen unsere zahlreichen Siegerteams nicht unbeachtet lassen. In den vergangenen Tagen haben wir mara mea vorgestellt, die sich mit ihrem Businessplan den 1. Platz erkämpften. Kommen wir nun zu unserem Siegerteam aus BPW Canvas! LQ Enterprise konnte unsere Jurymitglieder mit ihrem Business Model Canvas überzeugen und sich Platz 1 sichern.

Kommunen stehen vor großen Herausforderungen, um Geflüchtete vor Ort zu integrieren. Das funktioniert am besten über eine geregelte Einkunft. Die Qualifikationen, Kompetenzen und Stärken von Geflüchteten sind aber entweder nicht belegbar oder nicht mit deutschen Standards vergleichbar. Dies macht es Arbeitgebern aktuell kaum möglich, geeignete Kandidaten für Praktika und Anstellungen zu identifizieren.

Hierfür hat das Berliner Start-up LambdaQoppa (LQ) Enterprise GmbH bestehend aus Benedikt Frings, Tom Lawson und Oliver Queck die digitale Plattform JobKraftwerk.com entwickelt. Die erste Version der Plattform entstand unter anderem in Zusammenarbeit mit den Mobile Games-Entwicklern der Thoughtfish GmbH, die 2014 zu den Siegern des BPW gehörten.

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LQ Enterprise bei der Urkundenübergabe! Überreicht wurde sie von Hand Reckers aus der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung in Berlin (links im Bild) und Hendrik Fischer aus dem Ministerium für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg (rechts im Bild).

„Mit dem Portal möchten wir die Hürden für Flüchtlinge, Unternehmen und Kommunen senken und damit drei Ziele auf einmal erreichen: Flüchtlingen den Weg in den Arbeitsmarkt ebnen, Unternehmen den Zugang zu potentiellen Arbeitskräften erleichtern und Kommunen bei der Erfassung der Qualifikationen und Kompetenzen unterstützen. Wichtig ist auch, dass JobKraftwerk auf einen regionalen Ansatz setzt. Ein Unternehmen aus Berlin findet somit auch nur Geflüchtete aus Berlin und nicht zum Beispiel aus München. Nur so kann eine einfache und zielgerichtete Kontaktaufnahme gewährleistet werden“, so Oliver Queck.

Im Landkreis Reutlingen erfolgreich getestet

Auf JobKraftwerk.com erfassen Geflüchtete selbstständig und in Muttersprache ihre Qualifikationen und Kompetenzen und testen ihre Stärken anhand objektiver psychometrischer Tests. Sie erhalten einen Lebenslauf nach europäischem Standard inklusive Stärkenprofil in Deutsch zur freien Verfügung. Unternehmen haben damit die Möglichkeit, Kandidaten auf Basis ihrer Qualifikationen, Kompetenzen und Stärken zu selektieren und direkt über die Plattform zu Bewerbungsgesprächen einzuladen. Kommunen unterstützt JobKraftwerk bei der geführten, digitalen Kompetenzerfassung und zielgerichteten lokalen Verteilung von Geflüchteten.

„Der entscheidende Vorteil von JobKraftwerk ist, dass die Geflüchteten die Erfassung selbst in die Hand nehmen und dadurch direkt einen Eindruck von den Anforderungen im deutschen Arbeitsmarkt bekommen. Darüber hinaus ist ein wesentlicher USP, dass die Eingaben durch zum Beispiel Sozialarbeiter oder Ehrenamtliche qualitätsgesichert werden können, was sich merklich positiv auf die Aussagekraft der Lebensläufe auswirkt“, erläutert Tom Lawson

„Die Plattform wird seit Juni gemeinsam mit dem Landkreis Reutlingen im Süden Deutschlands in einem Feldversuch erfolgreich getestet und weiter optimiert. Jetzt suchen wir weitere Landkreise als Pilotregionen und Investoren, um den flächendeckenden Markteintritt zu beschleunigen“, meint Benedikt Frings.

 

© Leo Seidel Fotodesign

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