Geflügelte Taten statt Worte

Als Multitalent hat die Honigbiene ihre aktuelle Medienpräsenz ebenso verdient, wie nötig: Zu wenig Blühwiesen, die Faulbrut und anderes machen ihr das Leben schwer. Dabei ermöglicht sie erst das Ernten. Denn als Bestäuberin befruchtet sie nicht nur im Garten, sondern auch in der Landwirtschaft. Bislang bestimmt dies meist der Zufall: Liegen Felder gerade nahe einer Imkerei, klappt es besser.

Entdeckung downunder

Für Jan Hingst, Bestäubungsimker und Bachelor of Arts in Unternehmensmanagement und Alina Feucht, Master of Arts in Nachhaltiger Unternehmensführung, muss das seit einer Neuseelandreise kein Schicksal mehr sein. Dort faszinierte ihn, dass „Bestäubungsdienstleistungen“ in der Landwirtschaft Alltag sind. „Das zunehmende Insektensterben sorgte für den letzten Impuls: Es nötigte uns geradezu, unser Wissen durch eine zukunftsträchtige Dienstleistung Dritten zugänglich zu machen“, erinnert sich Feucht. Daraus wurde das Startup BeesonGroup. Und das bekam im Rahmen des BPW so viel Auftrieb, dass am Ende der erste Platz in der Kategorie BPW Canvas stand.

Datenmix sorgt für Präzision

Für das Konzept fand Teammitglied Deepak Bhatia als Master of Advanced Computer Science bestechende Lösungen: Eine Matching-Plattform errechnet den Bestäuberinnenbedarf auf Agrarflächen. Dann beauftragt sie registrierte Imker automatisch, zur richtigen Zeit die richtige Menge Bienen an den richtigen Ort zu bringen. Diese Systematik sorgt für höhere Erntesicherheit und teils deutlich bessere Erträge. Die Software beepool errechnet zusätzlich per Datenmix aus Google Earth Engine, Wetterdiensten und Agrarflächennutzung für jede Region die optimale Bienendichte. Spezielle Echtzeit-Vegetationskarten liefern den Imkereien die besten Wanderrouten für ihre Völker. Die finden so auch nach dem Abblühen der Monokulturen genug Futter.

BPW als verlässlicher Helfer

Für ihre komplexe Idee fand die BeesonGroup das richtige „Nest“ im BPW. Dessen Seriosität, starkes Netzwerk und offensives Marketing schätzt das Team besonders. Hier konnte es, im Zusammenwirken mit einem guten Selbstmanagement als dem prägenden „Gründungs-Lebensgefühl“ des Teams, vorankommen – auch bei der sozialen Vision: „Als Gründer möchte ich mit einem attraktiven Arbeitsplatz für eine ‚gute Sache‘ einen guten Grund zum Arbeiten schaffen. Anders ausgedrückt: Einen Arbeitsplatz und ein Produkt, mit dem sich die Mitarbeitenden identifizieren können und dafür gerne ihre Lebenszeit investieren“, sagt Feucht.

Im Anflug auf neue Ziele

Kurzfristig möchte das in Berlin und an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde agierende Team die Honigbiene auf bienenfreundliche Weise als ökologischen Ertragsfaktor für die Landwirtschaft nutzbar machen und damit – nach erfolgreichen Referenzversuchen in Brandenburg – dann in Deutschland Fuß fassen. Hingst: „Langfristig ist Europa interessant. Hinzu kommt der Bestäubermangel in der Wildflora. Auch hierfür wollen wir Länder und Kommunen gewinnen.“ Die BeesonGroup jedenfalls schaltet da schon mal auf Anflug.

Finalisten vorgestellt: In unserer Portrait-Reihe stellen wir alle Finalisten eines jeden BPW-Jahres vor. Beeson Group hat den 1. Platz im 3. Zyklus des BPW 2019 in der Kategorie BPW Canvas gewonnen. Zudem erreichte die Beeson Group im BPW 2019 den 4. Platz in der 2. Stufe der Kategorie BPW Plan. 

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