Eiskalte Überraschung in magnetischer Atmosphäre

Der 3. Kontaktabend 2019 stand für lebendige Gründungskultur

Wenn erfahrene Köpfe Fragen von Gründern beantworten, der Wein die richtige Temperatur hat und spannende Startup-Storys zu hören sind, ist es wieder soweit: der BPW-Kontaktabend. Der dritte in diesem Wettbewerbsjahr 2019 des Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg (BPW) brachte alles mit, um gut 300 Gründungswilligen und bereits Aktiven ein Gegengewicht zu den Aufregungen des geschäftlichen Pionierdaseins zu bieten – nämlich ein wirklich entspanntes und genussvolles Event mit vielen Extras.

Entspannter Stil

Zur Freude vieler fand die Veranstaltung in einer der unwiderstehlichsten Locations in Berlin statt: Der SUPER concept space im BIKINI Berlin nahe Bahnhof Zoo mit seinem erdigen und trotzdem schicken Design gilt allein schon als Lockmittel. Zusammen mit dem Programm des Gastgebers BürgschaftsBank Berlin (BBB) war es Magnetismus: Selten hatte sich ein Saal so schnell mit Gründungswilligen, Finanzexperten, Business Angels gefüllt wie dieses gebaute Stück Lebensart. Der Schlips bzw. dunkelblaue Kostüme sind offenbar dabei weiter auf dem Rückzug – ein Trend, der den Co-Geschäftsführer der BürgschaftsBank Berlin, Steffen Hartung, freut. Besonders gut findet er indes, dass bei der Veranstaltung die Gründungswilligen nicht nur unter sich bleiben: „Gründer, also Unternehmer von von morgen, haben eine intrinsische, also von innen heraus wachsende Motivation, Unternehmer zu werden. Das müssen wir ihnen auf Veranstaltungen wie dieser nicht nahebringen. Aber sie dient dazu, Impulse für Entwicklungen zu geben und zu vernetzen, ohne dass wir gleich direkte wirtschaftliche Vorteile als Gastgeber davon erwarten. Es ist ein super Format, weil hier auch viele gestandene Unternehmer kommen, auf die die Gründungswilligen dann treffen. Woanders wird oft nur behauptet, dass Unternehmer da wären. Hier kommen wirklich welche“, so Hartung.

Last-Minute-Tipps vor der Abgabe

Das passt gut zum BPW-Lebensgefühl, dass darin Vorreiter ist, dicht an den realen Bedürfnissen von Startups dran zu sein und deren Vielfalt auch selbst zu leben. Das Konzept, Partyatmosphäre mit Sofort-Beratungsangeboten zu verbinden, ging auch diesmal wieder auf. Neben der Teambörse, auf der Gründungsteams schnell und effizient passende Partnerinnen und Partner für ihr Vorhaben finden können, gab es auch wieder den Meetingpoint. Er war gleichsam der Quellort für die eingangs erwähnten Fachleute – mit Farbpunkten am Revers –, die überall ins Gewimmel ausströmten, um sich ansprechen zu lassen – und zwar von Gründerinnen und Gründern, die vor dem dritten und letzten Abgabetermin der Geschäftskonzepte im diesjährigen Turnus noch brennende Fragen und Probleme haben. Jede Farbe stand für eine Branche, von Finanzen über Recht bis Marketing. So brauchte niemand lange nach dem passenden „Fachwissen auf Beinen“ zu suchen.

Abgabetermin im Fokus

Das BPW-Projektteam, an diesem Abend auf der Bühne repräsentiert durch Christina Arend [Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB)], Dirk Maass [IBB Business Team GmbH (IBB)] und Anna Schnekker (IBB Business Team GmbH) erinnerte in seiner Begrüßung an Geleistetes beim diesjährigen Wettbewerb, aber dachte vor allem nach vorne: Es stehen noch einige nützliche Veranstaltungen im Terminplan. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf den 14. Mai, wenn die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bis 24 Uhr die Möglichkeit haben, ihre finalen Businesspläne bzw. die fertigen Business Model Canvas-Konzepte einzureichen. Wie immer wird das Team auch bis zur Geisterstunde am Telefon sitzen, um helfend eingreifen zu können.

Eiskalte Überraschung

Um den schon wieder letzten Kontaktabend des Jahres lecker zu begleiten, ließen die Macher des Abends eine eiskalte Überraschung auftischen. Die Gäste stießen auf einen Tresen der kukki GmbH. Das von der BürgschaftsBank Berlin in der Schlussphase der Gründung aktiv geförderte Startup ist besser als Aladin: Es hat den Geist in die Flasche geholt – mit den ersten, aus wirklich frischen Zutaten bereiteten und dann gefrosteten Longdrinks in Longneck-Flaschen. Die aromatischen Mixe ragen durch ihre patentierte Technik souverän aus der Flut blasser „Fertig-Drinks“ heraus. Von denen distanzieren sich die „kukkis“, und zwar über ihre Qualität.

An sich glauben

Im Dialog mit dem Co-Geschäftsführer der BürgschaftsBank Berlin, Peter Straub, berichtete kukki-Co-Gründer Andreas Romanowski aus dem Gründerleben. Im anschließenden Gespräch mit dem BPW Blog verriet er: „Die Idee hatten wir schon als Jugendliche. Als wir dann Jahre später die ersten potenziellen Kunden besuchten, glaubte keiner an unsere Idee. Doch wir glaubten an uns, entwickelten alles selbst, von der Spezial-Eismaschine, die uns keiner der vier großen Anbieter meinte, bauen zu können, die Software und sogar die Platinen dafür. ‚Unmöglich‘ hatte es vorher überall geheißen. Mittlerweile haben wir eine große Produktionsanlage und unser Vertrieb reicht bis in die Niederlande.“ Spät am Abend sah die Bilanz auch live gut aus: Mehr als 550 Flaschendrinks für die BPW-Gäste waren im so genannten „Toaster“ – einem selbstentwickelten, zylindrischen Spezial-Defroster – trinkfertig angetaut worden, um dann genossen zu werden.

Rätsel und „Hausmusik“

Sein Geschäftswissen erproben konnte man auch beim Preis-Kreuzworträtsel zu Businessthemen. Der augenzwinkernde Rat der Gastgeber: Im Falle des Hauptgewinns diesen bitte nicht unmittelbar nach dem Genuss der köstlichen Drinks einlösen: Die BBB hatte ein original ADAC-Fahrsicherheitstraining für diesen Abend ausgelobt. Dann doch lieber in die Klänge eines besonderen Musikgenusses eintauchen: Die Wittkowski-Band ist gleichsam die „Hauskapelle“ der BBB. Das Quartett lieferte exzellenten, smoothen Jazz von Klassikern wie „On Green Dolphin Street“ und vielen anderen ab – Respekt für diese Meisterschaft an den Instrumenten!

Unterschiedlichste Gäste

In diesem Flair schien sich auch Maciej Piwowarczyk vel Dabrowski wohlzufühlen. Der BPW-Absolvent des vergangenen Jahres und Co-Gründer von Meine Reha – einem Spin-off des Fraunhofer-Institutes – hatte eine Mission: „Ich musste noch eine wichtige Unterschrift für eine Förderung abholen und habe natürlich auch bei der Gelegenheit mein Netzwerk gepflegt.“ Auf Entdeckungstour in Gruppenstärke dagegen war David Klecha. Der Wirtschaftsingenieur-Student stand im Rahmen seines fächerübergreifenden Studiums mit einer Exkursion der Beuth-Hochschule auf der Gästeliste.
Unter anderem wegen dieser Gästevielfalt war auch Dirk Maass spät am Abend mehr als zufrieden mit dem Event: „Gute 300 Gäste waren gekommen, das sind noch einmal deutlich mehr als im Vorjahr. Und vor allem ist es genau das junge Startup-Publikum, für das der Abend ja da ist. Das war lebendig, agil und im besten Sinne positiver Trubel beim Netzwerken. Wenn wir jetzt noch bis zum 14. Mai ordentlich Rückläufe bei den optimierten Businessplänen und Business Model Canvas-Konzepten bekommen, ist es perfekt!“

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