Das Einmaleins der Finanzierung

Am 14. März folgten zahlreiche BPW-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer unserer Einladung zum Finanzforum, um in wenigen Stunden umfangreiches Finanzwissen zu erhalten und erste Investorenkontakte zu knüpfen.

Benjamin Franklin formulierte es schließlich so treffend: „Eine Investition in Wissen bringt immer noch die besten Zinsen.“.

Den idealen Rahmen bot an diesem Nachmittag die ILB als Gastgeberin, um Fragezeichen in Schlusspunkte zu verwandeln und mit dem Thema Finanzen einen der wesentlichen Bausteine des Geschäftskonzeptes zu besprechen. Als Einstieg in diesen Finanznachmittag führte Uwe Struck, versierter Finanzexperte, in die Grundlagen einer soliden Planung ein.

Bereits vor Beginn seines Vortrages entbrannte ein reger Austausch mit dem Publikum und erste Fragen konnten besprochen werden. In weiteren 60 Minuten tauchte er mit den Gästen tiefer in die Thematik Finanz- und Liquiditätsplanung ein, mit verständlichen Vorlagen zu den wichtigsten Finanztabellen brachte er Licht in das Dickicht der Finanzplanung und gab den potentiellen Gründerinnen und Gründern damit eine strukturierte Leitlinie für die Umsetzung im eigenen Businessplan an die Hand. Dass eine separate Kostenaufstellung für Marketing-Ausgaben in den Unterlagen für Geldgeber nie fehlen sollte, zählte dabei ebenso zu seinen zahlreichen, spannenden Praxistipps wie seine Empfehlung für den ersten Termin beim Kreditgeber: „Zahlen sind im Gespräch mit Banken ein Hygienefaktor. Was zählt sind SIE. Ihre Idee und Ihr Geschäftsmodell ist, was Banker wirklich interessiert.“

Nutzen Sie Ihren Businessplan als Logbuch

Zustimmung gab es zu dieser Aussage nach einer kurzen Pause auch aus der folgenden Bankenrunde, bei der Vertreter von Investitionsbank des Landes Brandenburg, Investitionsbank Berlin, Deutsche Bank, Berliner Sparkasse, Mittelbrandenburgische Sparkasse und Berliner Volksbank zu den häufigsten Fragen rund um die Finanzierung eines Gründungsvorhabens Rede und Antwort standen. Auf die Frage, ob Banken Ideen aus bestimmten Branchen bevorzugen, antwortete Christian Koch der IBB: „Ich lasse mich schon gerne überraschen von neuen Ideen. Es gab eine Zeit, da konnte ich das Wort App nicht mehr hören. Wobei auch da kann es noch Ideen geben, die spannend sind. Im Prinzip ist mir egal aus welcher Branche die gute Idee kommt.“. Christian Segal, von der Berliner Sparkasse ergänzte dazu: „Ich denke, die Zeit für E-Commerce ist vielleicht schon vorbei – viele Nischen sind bereits besetzt. Wir sehen jetzt deutlich mehr im digitalen Bereich und im Internetbereich Künstliche Intelligenz.“ 

Der ideale Zeitpunkt für ein Erstgespräch ist für Andreas Bubel von der Berliner Volksbank möglichst früh. Er tauscht sich gerne bereits in der Ideenphase mit Gründungsteams aus, auch wenn noch kein fertiger Businessplan besteht.

Wer ein Business Model Canvas erstellt hat, kann dieses auch im Austausch mit Bankern nutzen. Allerdings wies Henning Röbken von der MBS darauf hin: „In der Praxis brauchen wir Liquiditäts- und Umsatzplanung. Das Canvas bietet ein gutes Rüstzeug für viele Fragen aber dennoch brauchen wir dann Zahlen.“

Was Banker sich von Gründer*innen wünschen, fassten die Panelisten so zusammen:

„Seien Sie auf kritische Fragen vorbereitet.“ Henning Röbken, MBS

„Kommen Sie GUT vorbereitet.“ Christian Koch, IBB

„Seien Sie authentisch: Ich möchte den Unternehmer kennenlernen und das Feuer für seine Idee in den Augen sehen.“  Jens Stache, Deutsche Bank

„Wenn es zur Kreditvergabe geht, geben Sie vollständige Unterlagen ab.“ Andreas Bubel, Berliner Volksbank

Auch zur Motivation von Kreditgebern herrschte Einigkeit zu Jens Stache: „Uns interessiert auch nach der Kreditvergabe, wie sich die Idee, die wir nur vom Papier kennen mit Leben füllt. Wir streben langfristige Partnerschaften an. Das Ein-Mal-Geschäft interessiert uns weniger.“ Deshalb verfolgen die Experten auch nach der Gründung den Fortschritt des Unternehmens. Die quartalsweise Prüfung der Betriebswirschaftliche Auswertung (BWA) gehört dabei ebenso zur Pflege der Kundenbeziehung wie der regelmäßige Austausch über die Entwicklung des Geschäftsmodells. Henning Röbken empfiehlt dazu: „Nutzen Sie Ihren Businessplan als Logbuch, an dem Sie immer weiter justieren.“

Mit dem Geist fruchtbarer Partnerschaften ging es nach einer kurzen Pause in den dritten Block des Finanzforums. Vor einer vierköpfigen Jury präsentierten vier Gründerinnen und Gründer Ihr Konzept in jeweils 3-minütigen Pitches. Ziel der Präsentationen war es, neben wertvollem Feedback auch Kapital zu generieren.

Im anschließenden Get together tauschten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in angeregten Gesprächen mit den Experten des Forums aus und verließen mit zahlreichen neuen Inputs das 1. Finanzforum des BPW 2019.

Weitere Bilder finden Sie hier.

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