Die Ent-Wicklerinnen von Mara Mea erschließen sich den Weltmarkt

Kennengelernt haben sich Dorina Hartmann und Maren Will auf der privaten Modehochschule Esmod. Die schloss zwar Ende vergangenen Jahres nach unbewältigten Strukturproblemen, war aber unbestritten eine der branchenvertrautesten Ausbildungsstätten für zielbewusste Modedesignstudierende. „Wir wurden auf alles vorbereitet: die massiven Überstunden, den unerbittlichen Arbeitsdruck, das Prägen eines eigenen Stils in der Szene“, sagt Will. Dann sind beide erstmal ein paar Jahre ihre eigenen Wege gegangen bis sie sich entschlossen hatten, Mara Mea zu gründen.

Maren Will ist derzeit nicht in Berlin. Dafür in Paris und danach in Kopenhagen, die Mission heißt: Mara Mea. Die Damenmodeschöpferinnen Hartmann und Will, die eine spezialisiert auf Kindermode, die andere auf Damenmode, wollen etwa mit einer auch als Umhängetasche, Shopper Bag und Rucksack nutzbaren Wickeltasche diese Aufgabe ästhetisch, praktisch, schön machen. Sie produzieren Kleidung und Accessoires für Frauen, die auch als Mütter Frauen bleiben wollen, mit Stil- und Modebewusstsein.

Das agile Duo war aktiv, Hartmann und Will nahmen Anfang März 2016 am Kreativforum der GSG als BPW-Workshop-Referentinnen teil. „Als wir das alles kennenlernten, dachten Dorina und ich: ,Das ist doch auch etwas für uns, warum nehmen wir nicht selbst am Businessplan-Wettbewerb teil?‘ Wir reichten dann unseren bereits bestehenden Plan für die dritte Stufe ein.“ Der Pitch vor der Jury überzeugte und Mara Mea schaffte es unter die sechs Finalisten. Es folgte ein Videodreh mit dem BPW und die große Prämierungsfeier, auf der sie es ganz nach oben aufs Siegertreppchen schafften. Das war im Juli 2016. Im April 2018 wird das Businessbaby drei Jahre jung sein.

In Paris, auf der Fachmesse, sollen weitere Kunden gewonnen werden. Ein paar Tage später geht es in Kopenhagen um ein Entrée für den skandinavischen Markt. Das ist Chefinnensache. Aber Hartmann und Will verstehen sich auch auf das Delegieren: In Deutschland, Österreich, der Schweiz und in Asien stricken ortskundige Agenten am Erfolg für Mara Mea.

Den Businessplan-Wettbewerb haben die beiden Gründerinnen vor allem aufgrund der guten und herzlichen Betreuung in bester Erinnerung. „Es ist einfach auch sehr hilfreich, etwa, dass wir das Unternehmensvideo produzieren konnten“, sagt Will. Dieser Service war ein lockendes Extra für die Gewinner. Doch das umfassende, begleitende Beratungsangebot steht allen offen. Dazu gehören Seminare, Workshops oder Kontaktabende, etwa zu Finanzierungsfragen oder Marketingaspekten. Zusätzlich sind Webinare zu verschiedenen Aspekten jederzeit im Netz abrufbar. Die Qualität eines soliden Businessplans wissen die Mara Mea-Macherinnen zu schätzen. Selbstredend sorgt ein monatliches Controlling dafür, dass die Finanzen stehen. Und es liegt Umbruch in der Luft: „Unser Lager platzt aus allen Nähten, wir benötigen mehr Platz. Und wir suchen in Teilzeit eine versierte Office-Managerin“, fasst Will die Lage zusammen.

Am anstrengendsten erscheint ihr das ewige Ringen um pünktliche Lieferungen, den Zoll und die Speditionen. Wenn 100 Händler, bis nach Taiwan, nach Mara Mea-Produkten verlangen, steht logistische Optimierung fast wie von allein ganz oben auf der To-Do-Liste.

Bislang arbeiten sieben Freelancer, ein Minijobber in Festanstellung und eine Aushilfe für das Label. Das Wachstum war rasant, das Glück blieb an der Seite des Modeduos. Leichtsinnig werden Hartmann und Will mitnichten. „Wir wollen nicht auf Risiko Riesenstrukturen aus dem Boden stampfen. Organisches Wachstum ist unsere Zielmarke“, sagt Maren Will. Gleich darauf ist sie wieder ansprechbar für die Messegäste. Auch Verlässlichkeit ziert eben jeden Businessplan.

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