Boxenstopp für intelligentes Heimwerken

Nicht alle Werkzeuge zum Heimwerken sind daheim griffbereit. Doch selbst wenn: Die längste Zeit liegt alles herum – pure Ressourcenverschwendung. Das dachte sich auch Jan Gerlach: Systematisch und Schritt für Schritt entwickelte er – zusammen mit seinem Team – als Startup thingk.systems Lösungsansätze für ein Verleihsystem, das bislang bekannte Schwächen von Sharing-Modellen vermeiden möchte: tool.bot.

Durchdachtes Konzept

Seit 2013 reift das Konzept eines smarten und nachhaltigen Verleihsystems in den Köpfen: Das Kernteam sind CEO und Industriedesigner Gerlach, CTO, Automatisierungstechniker und Robotik-Experte Dr. Christian Lehmann, Krispin Schulz für die Backend-Entwicklung, Falk Stöhrer für die Frontend-Entwicklung und Mario Drelas für die Mikroelektronik/Hardware Programmierung. Dazu kommen weitere Expertinnen und Experten anderer Fachbereiche, sodass insgesamt bis zu zehn Personen an den Standorten in Cottbus und Berlin am Erfolg des Konzepts arbeiten.

Wer fragt, gewinnt dazu

„Die Idee wurde greifbar im Rahmen meiner damaligen Lehrtätigkeit für Eco-Design – das ist Design unter ökologischen Gesichtspunkten –, als Beispiel für eine Eco-Concept-Strategie. Ich verfolgte die Idee über Jahre und fragte jedes Mal, wenn ich nicht weiterwusste, in meinem Bekanntenkreis weitere Experten. Die gehören heute teilweise zum Team“, erzählt Gerlach. Alle eint die gemeinsame Motivation: Sie glauben an diese Idee, weil sie die Welt ein kleines Stück besser machen und dem gesamten Team eine selbstbestimmte Zukunft verschaffen kann.

Hochtechnologie ganz benutzerfreundlich

Das Hauptprojekt tool.bot erinnert äußerlich an eine Paketabholstation. Doch alles ist viel raffinierter: Denn sie enthält sogenannte smart.toolcases – Systemkoffer, die beispielsweise ihren eigenen Inhalt erkennen, Vandalismus registrieren, per GPS lokalisierbar sind und sogar direkt an die Smartphones der Kundschaft „andocken“ können: zum Beispiel, um gleich Betriebsanleitungen zu übertragen. „Zunächst etablieren wir Toolbot Beta als reduzierte Variante zum Nachweis der Kundennachfrage und zur Sammlung notwendiger Daten. Mittelfristig gehen wir von zwei Millionen Euro Investition für das Roll-out, den Pilotbetrieb und die Weiterentwicklung aus, wofür es bereits Interessenten gibt, die unsere Beta-Phase kofinanzieren“, sagt Gerlach. Fernziel sind tool.bots weltweit, unter anderem verknüpft mit Delivery-Funktionen, Verkauf von Verbrauchsmaterialien und nutzbar auch etwa für Media, Sport, Spielzeug oder Reinigungsbedarf.

BPW-Tipp von anderem Startup

Den Tipp, beim Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg (BPW) mitzumachen, erhielten thingk.systems von einem dort bereits aktiven Team – ein Stück gelebte Startup-Solidarität. „BPW, das sind gute Dokumentation, Preisgeld und Publicity, die nützlich sein kann beim Einsammeln von Investmentgeldern“, fasst Gerlach die Vorteile zusammen.

Finalisten vorgestellt

In unserer Portrait-Reihe stellen wir alle Finalisten eines jeden BPW-Jahres vor. thingk.systems hat den 5. Platz in der ersten und den 4. Platz in der dritten Phase von BPW Plan 2019 sowie den 2. Platz beim BPW Sonderpreis Nachhaltigkeit 2019 erreicht.

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