Aus Alt mach Neu – Unternehmensnachfolge als Gründung

Wer Lust aufs Gründen hat, braucht nicht immer eine neue bahnbrechende Innovation. Auch ein bereits bestehendes Unternehmen zu übernehmen kann der Start in die Selbstständigkeit sein. Jana Pintz aus dem Bereich Starter Center und Start-ups der IHK Berlin und Christof Sagasser, Geschäftsführender Gesellschafter der COVENDIT Corporate Finance GmbH, wissen, worauf es bei der Unternehmensnachfolge ankommt.

Analysieren und kritisch prüfen

Zu Beginn steht die Suche nach dem passenden Unternehmen. Ist das gefunden, muss sich ein exaktes Bild über den Ist-Zustand gemacht werden und – darauf aufbauend – dann die Vision für den Soll-Zustand entstehen. „Das Unternehmen muss genau analysiert werden: Produktportfolio, Kunden, Geschäftspartner, Stellung am Markt, Marktanteil, Unternehmensausstattung, Pacht- und Mietverträge müssen genau geprüft werden, bevor es zu einer Übernahme kommen kann,“ erklärt Jana Pintz.

Ein Unternehmen zu kaufen kostet Gründerinnen und Gründer ähnlich viel, wie eines aufzubauen, wenn nicht sogar noch mehr. „Aber im Vergleich zur Gründung können von Anfang an, also direkt ab der Übernahme, Gewinne eingefahren werden,“ ergänzt Christof Sagasser.

Nicht zu unterschätzen!

Bei der Übernahme eines Unternehmens gibt es viele Punkte, die oft übergangen oder unterschätzt werden. „Sie kaufen ein fertiges Stück und das nehmen sie mit allen Ecken und Kanten. Vieles kann aus der Historie der Bücher entnommen werden. Aber wie stark die Kundenbindung zum bisherigen Unternehmer oder zur bisherigen Unternehmerin ist und ob Mitarbeitende nach der Übernahme durch Sie überhaupt im Unternehmen bleiben wollen, erfahren Sie nur durch Gespräche,“ erklärt Sagasser. Auch der Kaufpreis wird oft unterschätzt: denn zu diesem ergänzt sich oft auch der Kapitalbedarf, der für mögliche Investitionen benötigt wird. „Wichtig ist auch, dass nachhaltige Ziele, Werte und soziales Engagement im Businessplan, aber dann auch in der Umsetzung, berücksichtigt werden.

Top 5 Unternehmensnachfolge-Tipps für Gründerinnen und Gründer von Jana Pintz:

  • Nachfolge braucht Zeit – hier sollte nichts überstürzt werden.
  • Rosarote Brille absetzen – auf den Kopf hören, aber auch auf das Bauchgefühl vertrauen.
  • Leistungen wertschätzen – die/den bisherige/n Inhaberin/Inhaber vom Unternehmen schwärmen lassen.
  • Kommunikation ist das A und O – viele Detailfragen müssen geklärt werden.
  • Beratung – egal ob Steuer- oder Unternehmensberatung, jede Hilfe zählt.

Top 5 Unternehmensnachfolge-Tipps für Gründerinnen und Gründer von Christof Sagasser:

  • Vorbereitung – welche Fähigkeiten müssen noch erlernt werden und was passiert, sobald die Firma übernommen ist.
  • Genügend Zeit einplanen – es kann Monate und Jahre dauern, bis man zu 100 Prozent Eigentümerin/Eigentümer ist.
  • Unternehmen ansprechen – im Umfeld und Bekanntenkreis nachfragen.
  • Plattformen für Unternehmenssuche nutzen – umfangreiche Informationen und Angebote gibt es beispielsweise auf www.nexxt-change.org und www.dub.de.
  • Teamsuche – auch wenn das Unternehmen schon gut beraten ist, ist es oft hilfreich, selbst eigene Beraterinnen und Berater sowie Coaches zur Seite zu haben.

BPW: die große Chance sich zu vernetzen

Der BPW lebt von seinen Kontakten und dem Austausch aller Mitwirkenden. „Es gibt keine Netzwerkveranstaltung, die so etabliert, breit aufgestellt und so professionell ist, wie der BPW,“ erzählt Sagasser. „Zudem zeichnet den Wettbewerb die Offenheit der Gründerinnen und Gründer, die Vielfalt der unternehmerischen Ideen und die Motivation aller Beteiligten aus. Es macht unglaublich viel Spaß dabei zu sein,“ sagt Pintz.

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