Ankommen leicht gemacht

Studieren im Ausland oder Arbeiten als ausländische Fachkraft, als „Expatriate“: Das gehört heute zum globalen Wirtschaftsleben. Doch das Ankommen im fremden Land kann zu unerwünschten Erlebnissen führen. Besonders gilt das, wenn Sprachbarrieren den Start noch erschweren. Dann drohen Missverständnisse, etwa bei Behörden oder Organisationen. Wie ein leichterer Start aussehen könnte, war stets ein großes Thema im Studierenden-Wohnheim zwischen Duc Tam Dam, Christina Papke und Aravinth Palaniswamy. Das Trio redete aber nicht nur darüber, sondern machte sich auf den Weg – und erfand MyHelpBuddy.

Ankommen leichter machen

Das Social Startup bringt Studierende und Fachkräfte aus aller Welt, die nach Deutschland kommen, unkompliziert mit Einheimischen zusammen. Diese helfen ihnen in allen möglichen Situationen. Interessierte Expatriates posten dazu ihre spezifische Anfrage auf der Plattform. Daraufhin erhalten sie eine Antwort von einem „Buddy“. Dieser löst dann mit dem Wissen des Einheimischen das Problem beziehungsweise die Aufgabe. „Wir waren alle drei in der Studenteninitiative für Entrepreneurship aktiv und hatten schon immer einen Drang zur Unabhängigkeit und zum Unternehmertum. Da viele unserer Freunde uns nach Hilfe bezüglich Übersetzungen und deutscher Bürokratie fragten, sahen wir da eine Möglichkeit. Wir starteten Umfragen, um diese ersten Eindrücke zu validieren und die Akzeptanz einer solchen Plattform abzufragen. Das sah gut aus und wir machten uns daran, eine Basisversion als Minimum Viable Product aufzusetzen und sie zu testen“, erinnert sich Duc Tam Dam.

Berlin ist Sprungbrett

Die Sache kommt gerade ins Rollen: Bereits jetzt stellen nicht nur in Berlin die Buddies hilfreich ihr deutsches Lokalwissen bereit. „Auf der Website haben wir auch schon einige Transaktionen in Köln, Frankfurt und München erfolgreich abgeschlossen“, freut sich Dam. Als nächste Ziele peilen er, Papke und Palaniswamy an, die Userzahl und die Bekanntheit der Marke MyHelpBuddy messbar zu erhöhen. „Außerdem wollen wir Partnerschaften mit Banken, Versicherungen und ähnlichem schließen, um als One Stop Platform dem Expat alles zur Verfügung zu stellen, was er braucht, wenn er nach Deutschland kommt“, sagt Dam.

Inspiration für andere sein

Das Gründen erlebten MyHelpBuddy bislang als sehr abwechslungsreich: lebenslanges Lernen, durchgearbeitete Nächte, freudige Momente, aber auch Frust und Erfolg. Neustartern beim Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg (BPW) raten sie, das Business Model Canvas oder den Businessplan konsequent zu hinterfragen und anzupassen. Für ein optimales Konzept ist es wichtig, sich dabei auch immer wieder das Feedback der Juroren bzw. anderer einzuholen. Neben dem Erfolgswunsch spielt für Dam und seine Teamkollegen auch die Sinnfrage beim Gründen eine Rolle: „Uns geht es darum, einen Mehrwert für die Gesellschaft zu schaffen und möglichst vielen Menschen helfen zu können. Wenn wir dabei als potenzielles Vorbild dienen und andere Menschen inspirieren können, wäre das optimal“, resümiert Dam.

Finalisten vorgestellt In unserer Portrait-Reihe stellen wir alle Finalisten eines jeden BPW-Jahres vor. MyHelpBuddy hat den 3. Platz im 3. Zyklus bei BPW Canvas 2019 erreicht.

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